Höhere berufliche Anforderungen verlangen neue Akzente in der Meisterqualifizierung

Die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen Jahren tiefgreifend gewandelt. Die Globalisierung der Märkte, flexible Produktionskonzepte, zunehmende Komplexität und technologische Innovationen sorgen für eine Veränderung der Organisationsstrukturen.Die Wirtschaft hat darauf reagiert. Einzelne Arbeitshandlungen wurden zu vollständigen Arbeitsprozessen zusammengefasst. Die Prozessorientierung wurde in den Vordergrund gestellt.

Veränderte Organisationsformen und Anforderungen in den Betrieben machen eine innovative Weiterbildung für die Mitarbeiter notwendig. Industriemeister nehmen nach wie vor eine Schlüsselstellung ein. Ihre Position an der Schnittstelle zwischen Planung und Fertigung macht sie zu Mittlern zwischen (Fach-)Arbeitern und Management.
Als „Manager in der Produktion“ sind heute weitreichende Kompetenzen gefragt:

  • Eigenverantwortlichkeit und Selbstorganisation

  • Flexibilität und lebenslange Lernbereitschaft

  • betriebliche Weitsicht und fachübergreifende Qualifikation
  • Führungskompetenz und Teamfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit und Medienkompetenz

Diesen Veränderungen wurde im Dezember 1997 durch die Verabschiedung einer neuen Prüfungsverordnung Rechnung getragen. Spitzenorganisationen von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden unter Leitung des Bundesinstituts für Berufsbildung glichen die Prüfung für angehende Industriemeister Metall der modernen betrieblichen Praxis an.
Dies wirkt sich besonders auf den handlungsspezifischen Teil der Qualifizierung aus. Sowohl in diesem Lehrgangsabschnitt als auch in der Prüfung werden nun sog. „Betriebliche Situationsaufgaben“ eingesetzt, die fächerübergreifend aus der beruflichen Praxis abgeleitet sind. Die Neuordnung ist in der beruflichen Bildung richtungsweisend für andere Meisterqualifikationen.